Samsas Kampf

Der Gregor, der Käfer, das Ungeziefer, das Untier, der der Bruder war, der der Sohn war, er musste weg. Loswerden muss man ihn, loswerden, die eigene Schwester gar, die gute, spricht dieses Urteil aus. ES muss weg, das Ungeziefer, ES muss weg. Unnützes Untier, Ballast nur, Hilfe nicht. Zurückziehend in sein Zimmer, schwer der Gang, die Wunde schmerzte, entzündet war, erreichend das Ziel, schon hinter ihm versperrt die Tür, versperrt. Aushauchend sein Leben, Triumph der Schwester. Krepiert, es ist krepiert, die Kreatur, das Ungeziefer, das Untier. Gregor Samsa ist verstorben.

Hinaus fahren sie, die drei, der Rest, ins Freie hinaus, ins Leben.

Die liebe Familie

Geworfen war der Apfel, geworfen, getroffen, zu spät herbeieilend die Mutter, die Schwester, zu stoppen den Grausamen. Der Apfel steckt, niemand versorgt, niemand, die Wunde. Zuschauen durfte er, Gregor Samsa, doch, geöffnet die Türe, seiner lieben Familie zuschauen.

Natürlich der Apfel

Gregors Familie war eine feine Gesellschaft, ein großer Halt. Als er für sie arbeitete, ein großer Halt. Doch geworden zum Käfer, unnütz, nicht verdienend mehr Geld, unnütze geworden, zum Ungeziefer, einfach peinlich, einfach, Ballast wurde er, nur noch Ballast. Der Vater nun, der Lage überdrüssig, der Lage, legte Strenge an den Tag, Strenge. Aus der erwuchs Härte, Härte und Grausamkeit. So nahm er, der Vater, eines Tages, der Lage überdrüssig, Äpfel und warf, warf auf seinen Sohn,  den Gregor, warf nach hier und dort und traf den Käfer, den Gregor, den Sohn und traf den Rücken, traf, der Apfel verfehlte nicht sein Ziel, drang ein gar in den Rücken, gar und blieb, in der Wunde und blieb.

Samsas Essen

Hunger. Natürlich hatte Samsa Hunger. Die Schwester, die gute, brachte reichlich. Beste Ware. Für einen Käfer, der er jetzt war. Für einen Käfer. Weniger frisches Gemüse, alte Knochen von gestern, hartes Brot, noch vieles mehr, in einem Napf, das Fressen, in einem Napf. Nicht Mensch mehr, Tier, nur noch Tier. Einem Hund gleich, einmal täglich bekam er, der Gregor Samsa, sein Essen nun.

Zur Arbeit?

Zur Arbeit, an diesem Morgen? Zur Arbeit? Nicht nur der Wecker klingelt, nicht nur der Wecker. Zur Pflicht ermahnend, zur Pflicht, die Mutter, der Vater, besorgt gar die Schwester, zur Arbeit. Doch aufstehen? So? Wo anfangen soll Gregor? Wie die Beine bewegen her und hin?Doch als Käfer in die Arbeit. Wie hätte doch gestaunt der Herr Prokurist, ungeduldig wartend, ungeduldig, wenn er gesehen hätte, ihn, den Gregor Samsa so im Bette liegen, wie hätte er gestaunt.

Was für ein Morgen

Was für ein Morgen, als erwachte er, als erwachte er von schlechten, wilden, unangenehmen, nicht gerade ruhigen Träumen, erwachte, er, der Gregor, der Samsa und verwandelt war. Verwandelt war, unvorstellbar verwandelt war. Nein, nicht aufgefressen von einem Wolf, aber märchenhaft doch verwandelt war in einen Frosch. Ach nein, kein Frosch, kein Prinz, kein Wurf gegen die Wand. Verwandelt war er, der Gregor Samsa, in einen hässlichen, dicken, fetten, ekelhaften Käfer. Und alles ändert sich. Und nichts bleibt. Was für ein Morgen.