Unter Wasser kein Empfang

Die letzten Tauchgänge des U-Bootes brachte nichts zu Tage. Brennstoffzelle lieferte genug Strom. Die Bewohner von Lesbos kämpften immer noch gegen den Schnee. Handyfreie Zone. Unter Wasser kein Empfang. Die Zelte der Flüchtlinge bersten unter der Last. Rettungswesten werden nicht mehr gebraucht. Nicht nur die Ernte der Bauern ist in Gefahr. Auf den Wäscheleinen trocknet keine Wäsche. Übers Meer kommen jetzt keine Flüchtlinge. Schallsignale gehen ins Leere.

Fern

Die Blumen des Bösen vergessen Mallarmés Würfel längst gefallen vergangen der Rausch der tiefen Nacht, wenn Hoffnung kommt vom Meer, der Engel wacht über die Liebenden, weiß lagen die Blumen auf dem Dielenboden ließ die Segel hießen er in der frühen Morgenröte, Salz erfüllte die Luft von Fern die Strahlen wärmen schon fuhren entgegen dem blauen Azur      

Wenn wegfliegt der Hut

Wenn wegfliegt der Hut vom Kopf dem Bürger, wenn wegfliegt vom Kopf, der Wind das Wasser an den Strand, an den Strand drückt, die Wellen hoch und höher türmt, von den Dächern die Menschen auseinanderstürzen, auseinander, die donnernden Lokomotiven mit ihren Wagons nicht ihren Bahnhof erreichen, ungewollte Abweigungen nehmen, sich verirren in den Weiten der Welt, ihren Bahnhof nicht erreichen, heranrast der Halleysche Komet, heranrast, Schnupfen hat die Welt, Schnupfen.

Arm wie eine Kirchenmaus fast

Arm wie eine Kirchenmaus fast, kam an, der Maler in Collioure. Immer wieder und wieder kam Matisse nach Collioure, zehn Sommer lang kam. Eingebettet zwischen den Wellen des Meeres und den Bergen voller Wein, eingebettet, lag der Ort vor ihm, rote Dächer überall, der Wind, die Wellen, das Meer. Und er malte diesen Urlaub, so rosarot der Ort, so türkisblau das Meer, als wär die Welt eine Zauberwelt, kitschig fast, so knall, als hätte die rosa Brille auf, so knallbonbonsrosarottürkisblau die Welt, so kitschig fast, so überirdisch, himmelschön verrückt. Arm wie eine Kirchenmaus fast, kam an, der Maler in  Collioure….

Als Sturm aufkam, als Sturm

Als Sturm aufkam, als Sturm, die Nordsee überströmte, die Wellen sich auftürmten, die Wellen immer höher, die Schiffe sich abmühten, die Wellen rauf und runter, abmühten heim zu kommen, den Hafen zu erreichen, da hörte Heine zart, als wärs von Nah, als wärs von Fern, die Harfenlaute tönen, als Sturm aufkam, der Wind, der Wind pfiff laut und lauter, die Wellen prallen hart, doch Heine hört die Harfe, von Ferne kommen die Töne, getragen übers Meer und hört den wilden, süßen, den himmlischen Gesang der Schönen.   Heinrich Heine, Sturm

Am Meer, am Meer

Warum sollte nicht, am Meer liegen Böhmen, warum sollte nicht? Du widersprichst? Hörst du nicht das Rauschen? Die Wellen. Der Wind trägt sie her. Kennst du es nicht, das Böhmerland, kennst du es nicht? Am Meer, dem großen, tiefen, am Meer liegt dieses Land. Ihr Bremer, Hamburger, ihr aus Le Havre und Marseille, ihr großen Seefahrer alle, wart ihr nicht dort? Ihr aus Genua und aus Lissabon, habt ihr nicht gesehen das Böhmerland? Im Böhmerland gedeiht, die Liebe gedeiht. Fahrt hin, ins Böhmerland, es liegt am Meer, den Weg hab ich vergessen, fahrt nur, es liegt am Meer, fahrt nur,…

Dem Meer entgegen

Dem Meer entgegen, dem Meer, zog van Gogh, von Arles nach Saint Maries, und fand das Rauschen der Wellen. Sah Fischerboote, farbenfroh lagen sie da, im Sand, am Strand, wartend auf ihre Besitzer, aufs Meer raus, aufs Meer. Zu fangen die Fische, zu fangen. Als schaute gar nicht hin aufs Meer, aufs blaue, malte van Gogh die kleine Boote, in leuchtenden Farben. Fast, als wäre er glücklich, für einen Tag, malte er farbenfroh die Boote, könnt springen mit ihnen, ins Meer, ins Meer. Und fahren in die Ferne. Vincent van Gogh, Fischerboote am Strand von Saintes Maries, 1888 Fischerboote am…