Unter Wasser kein Empfang

Die letzten Tauchgänge des U-Bootes brachte nichts zu Tage. Brennstoffzelle lieferte genug Strom. Die Bewohner von Lesbos kämpften immer noch gegen den Schnee. Handyfreie Zone. Unter Wasser kein Empfang. Die Zelte der Flüchtlinge bersten unter der Last. Rettungswesten werden nicht mehr gebraucht. Nicht nur die Ernte der Bauern ist in Gefahr. Auf den Wäscheleinen trocknet keine Wäsche. Übers Meer kommen jetzt keine Flüchtlinge. Schallsignale gehen ins Leere.

Die Schlachten waren groß

Die Schlachten waren groß, die bestehen musste der Held, umkämpft war die Stadt, Troja, umkämpft zehn Jahre lang. Mit zwölf Schiffen fuhr heim Odysseus, fuhr heim und irrte und irrte herum übers Meer. Zehn Jahre irrte Odysseus übers Meer, bis kam, allein, heim er von der Schlacht. Grausam und heldenhaft kämpfte gegen Zyklopen, einäugige, ausstechend das eine Auge, listig hängend an die Ziegen zur Flucht. Kämpfend gegen den Schlaf der Lotusblume, einfangend die Winde der Meere, besiegt die Zauberkraft, die Zauberkraft von Kirke und widersteht, widersteht den Gesang der Sirenen. Nach Lesbos schicken müsste man, nach Lesbos schicken Odysseus.

Als Sappho sich verzehrte

Fern im Osten liegt sie, die Insel, vor der Küste der Türkei. In der Ägäis, Kleinasien nicht weit, nur ein Sprung fast, nur. Ausgespuckt von einem Vulkan, ein fast göttlicher Schöpfungsakt. Ausgespuckt. Weit hinauf gen Himmel reicht sie. Schon die Spartaner wollten ihr zu Leibe rücken. Auf Lesbos Sappho sang von den Frauen, den schönen, verzückt von der Liebe, betet sie an die Aphrodite, herabschreiten soll sie, die Göttin der Liebe, herab, bringt da Blumengirlanden und Weihrauch am Altar, Sappho, die Frauen liebte und sich sehnte, nach der Liebe und verzehrte. Vor der schaumumwobenen Küste, gestorben wird heut, der Liebe fern. Fern die Sehnsucht der Sappho. Fern.