Murnau #Kandinsky

Die Farben müssen Kandinsky, als er Murnau malte, immer wieder malte,   als hätte die falsche Brille auf, durcheinander geraten sein. Strahlendes Blau des   Himmels, leuchtendes Gelb der Wiese. Die Straße, getränkt in ein Rosagelbblau,   als führte sie gleich in ein Paradies. Kein Grau nirgends.    

Kandinsky, ohne Ordnung

Wie muss das gewesen sein, als besuchten, am 2. Januar 1911 besuchten Kandinsky und Marc und Werefkin und Jawlensky und Münter besuchten, in München, das Konzert von Schönberg besuchten. Die Malerei verlor die Form, die Musik verlor ebenso die Ordnung, Althergebrachtes musste weichen. Kandinsky malte, den Tönen gleich, malte die Musik, verlustig der Gegenstände, froh die Farbenkraft. Der Ausdruck siegt, fern die Ordnung, fern.   Kandinsky, Impression III, 1911  

Kandinskys Murnau

Die Farben müssen ihm, dem Kandinsky, als er Murnau malte, als er Murnau malte, immer wieder, als hätte er die falsche Brille auf, die falsche, durcheinander geraten sein. Wer hat schon je so ein strahlendes Blau des Himmels, so ein leuchtendes Gelb der Wiese gesehen. Die Straße, getränkt in ein Rosagelbblau, als führte sie gleich in ein Paradies. Getilgt das Grau der Welt, hineingezogen ins Glück. Wassily Kandinsky, Murnau – Kohlgruberstrasse, 1908