Schlagwort: Franz

Getöse

Franz mocht die Zeit vor der Wiesn und nach der Wiesn. Die Ruhe danach, als wäre die Stadt fast ausgestorben. Nur scheinbar. Es gab ja eh genug Münchner. Aber mit ein paar weniger Touristen konnte man sogar wieder durch die Innenstadt radeln. Nur das Wetter war schlechter geworden. Unbestimmter. Immer wieder Regenschauer. Eine neue Regierung gab es noch nicht, nur Vorgeplänkel. Würde noch ne Weile dauern. Franz war erstaunt über die wenigen Rücktritte. Da hätte der eine oder andere Politiker doch Verantwortung für die Verluste übernehmen können. Kurz war er auf der Buchmesse gewesen. Ein wenig sich blicken lassen. Gehörte dazu. Hier und dort Gespräche führen. Kollegen treffen, Verlagsleute treffen, Gesicht zeigen. War eigentlich nicht sein Ding. Lieber in Ruhe schreiben. Werbung sollten andere machen. War kein Bühnenstar. Kein Slamer. Heute war oft lautes Getöse. Franz war immer froh, wenn er von Frankfurt wieder wegfuhr. In München fühlte er sich wohler. Kannte die richtigen Orte. Ging hier hin und dort. Zeigte sich. Aber das war sein Leben. Kannte die Buchhandlung, jenen Verlag, diesen von der Zeitung oder vom Radio. Trank ein Bier oder zwei. Oder ging heim, wenn es nicht passte. Setzte sich auf sein Rad, ob Regen oder Sonnenschein und fuhr davon.

Nikolausfabriken

Die Nikolausfabriken hatten schon Hochkonjunktur. Auch die Produktion der Weihnachtsmänner lief bestens. Lebkuchen warteten schon auf die Auslage. Franz sah dies immer mit gemischten Gefühlen, wenn er nach dem Sommerurlaub heim kam. Aber er hatte ihn ja noch vor sich. Mit Zug und Rad nach Italien. Maria wollte ihre Eltern besuchen und drumherum wollten sie ein wenig über die Hügel der Toskana fahren. Für die Weinernte würde es noch arg früh sein. Die Eltern hatten nebenbei ein paar Rebstöcke. Aber sie würden ein wenig mithelfen. Als Student hatte Franz öfters in den Weinbergen gearbeitet. Lustiger Urlaub. Kost und Logis frei. Ein wenig seine Sprachkenntnisse erweitern. War öfters in Frankreich gewesen. Vergangenen Zeiten. Das Zugticket nach Firenze hatten sie schon. Doch vorher noch ein wenig Geld verdienen, ein wenig schreiben. Überall gab es jetzt wieder Trachtenmoden. Selbst der Aldi macht nicht halt. Da kam ihm der Urlaub recht. Die Wiesen kam früh genug. Die Nikoläuse auch