Das Augsburger Theater

Zwischen den Radieschen und dem Sellerie, zwischen Suppenhuhn und Hühnerei, zwischen Weinbergkäse und alten Gouda kann man auf dem Markt hinschlendern, hier und dort etwas mitnehmen, es sich gut gehen lassen. Dass das Augsburger Theater die große Bühne schließen muss, interessiert hier niemand. Und welcher Augsburger interessiert sich schon für Thomas Bernhard? Der war bekanntlicher Weise kein Augsburger, anders als Bertolt Brecht. Dafür sagte er schöne Sachen über die Stadt. „Morgen Augsburg“? Was könnte Bernhard dem Schauspieler schlimmeres sagen lassen in „Die Macht der Gewohnheit“. Welch Grauen für einen Theaterspieler. Da haben die Theatermacher dann ab der nächsten Saison wohl großes…

Vom Wechseln des Rades

Wer wechselt heute schon noch das Rad, das Rad, wenn der Reifen eine Panne hat? Führen nicht mehr mit, ein Reserverad, die modernen Automobile. Monströse Flickkästen sollen Sicherheit symbolisieren. Wer ausgepackt hat einen solchen Kasten, wird verlustig dieser Sicherheit, wird verlustig. Schon Brecht wusste dies. Und wartete am Straßenrand. Die Engel kommen in Gelb und wechseln doch nicht das Rad. Warten wir geduldig, warten wir. Der nächste Radwechsel kommt bestimmt. Wohin führt der Weg? Wollen wir dorthin? Geduldig warten wir, geduldig.

Der Kotzbrocken und der Schriftsteller

Klar, sie sind seelenverwandt, oder? Oder gibt es auch gute Menschen unter den Schriftstellern? Bei Handke, Bernhard und Co. ist man sich ja schnell einig. Freundliche, liebe Mitmenschen sehen anders aus. Und was ist mit Brecht? War der auch so einer? Und unser Nationaldichter, unser Heiligtum, unser Faustmeister und Dichter und Wahrheiter? Bestimmt auch ein Kotzbrocken, oder? Sind auch die zu Lebzeiten erfolglosen solche Kotzbrocken? Oder wird erst so richtig einer, wenn man großen Erfolg hat? War Kafka dann ein Menschenfreund? Oder Kleist? Thomas Mann war bestimmt einer, oder? Gibt es eigentlich auch Kotzbrockinnen?