umkreisen die blumenwiese

die gieskanne sammelt spinnennetze getrocknete blumensträuße hängen in der ecke wild wuchert der rosenstrauch, die alten hände   schneiden nur das nötigste, die obstbäume sind knöchrig, schmetterlinge umkreisen die blumenwiese, das gesicht des gärtners zeigt gegerbte haut, gerne   nimmt er die beeren direkt in den mund bevor die vögel sie fressen, die süßen kirschen die oberen lässt er hängen, auf die leiter   steigt er nur noch selten, manchmal kommen kinder und kraxeln in den bäumen herum, von der verwitterten bank aus sieht er ihnen zu. manchmal lächelt er

die götter haben ihm gezürnt

zwischen mussolini und den chinesischen herrschern den schirm der poesie aufgespannt auf dem meer herumgeirrt   die götter haben ihm gezürnt amerikaner sowieso, pounds abgesänge der hölle, verloren auf rauen wasser, das paradies   geschlossen, von den göttern verstoßen, vom wind vertrieben verstummt die lieder und doch auf der suche nach der sprache

ihren göttlichen gesang #2

die musik, eine frau und spielt gitarre. mit übergroßen händen gitarre, nicht klavier. geige nicht, sie spielt, die frau   mit ihren großen händen, gitarre das instrument so klein in ihren händen. zu klein geraten fast, in ihren übergroßen händen, das   instrument. als könnt sie, ganz auch ohne, die töne klingen lassen ohne, ganz ohne die gitarre. entsprungen   dem olymp, als wäre polyhymnia, die muse des gesangs, als könnt sie ohne leier singen ihren göttlichen gesang

In der Waschküche

Schreibblockaden werden in der Waschküche zur Strecke gebracht. Zwischen Bügelbrett und Trockner wird jede Falte glattgebügelt. Der akkurat gespitze Bleistift fließt schnell wieder über das weiche Papier. Kein Lärm mehr im Haus, wenn das Genie seine Einfälle hat. Die Kinder sind längst aus dem Haus gejagt, seine Muse hat sich in der Küche verkrochen. Wenn die Geistesblitze doch nicht fließen, wird der Rasen noch weiter gekürzt. Auf dem Feld den Hasen nachgestellt oder Steinpilze geköpft. Am Ende wird das Meisterwerk vor ihm liegen. Fein säuberlich ins Notizbuch geschrieben. Sein Lektor ist schon ganz nervös.

erkroch aus pound

goethe in italien zitronenbäume gesucht, pound sich ziemlich verirrt und verwirrt, mussolini die stiefel   geleckt, die falschen reden gehalten im radio, mit den schwarzhemden herumgelaufen, verloren im dreck   überall nur wüstes land, april is the cruelest month, goethe in arkadien, nicht verlaufen   zitronen blüh´n haufenweise doch erkroch aus pound ein neuer sound  

worte ins ohr

hortensien fast verblüht, auf dem berg die kirche neu geweiht heilige berge allenthalben kürzere distanz zu gott   maiandachten perdu, eh schlecht besucht, ein vater unser noch auf dem weg nach unten, der bergsee schimmert   türkis, in der hand zerrinnt es klar, der nächste gipfel zu weit, flügel haben wir noch keine, über uns kreisen die   sommervögel, leise legen wir uns die worte ins ohr, mit schweren beinen sitzen wir auf dem baumstamm  

die wörter auf der Zunge

die wörter auf der zunge fallen herunter, der hollunder ballt seine weißen blüten, verzehrt längst sind die   küchle, auch der sirup eingekellert, wir badeten im schwarzen weiher in der hellen nacht wenig   schlaf gefunden, dein kuss im nacken beendete die schlafende schlaflosigkeit wir ließen barfuß im haus   umher, suchten noch immer die wörter, unsere lippen fanden keine bei ihren berührungen

ankunft in arles #2

als jean ankam in arles, mit dem zug am bahnhof, er suchte seine zimmer auf, es war früher morgen, nebel lag   über der stadt, er machte sich frisch, zog neue kleider an, legte sich zur erholung kurz auf das bett, um dann in einem café   ein frühstück einzunehmen, ein kleines, ortsübliches. entlang lief die rhone, so schön roch sie nach dem meer, das noch nicht   erreichte, erzählte geschichten voller sehnsucht. ins zentrum er ging, umrundete die arena, ein relikt der römerzeit, amphitheater. kaufte eine karte für den abend.   stierkampf in der arena. keine gladiatoren. stiere. van…