fledermäuse um die ohren

der lachs schwamm abgepackt im
kühlregal, im nebel die bootshäuser
vom stapel gelassen, die netze der
spinnen sammelten wassertropfen, nur

selten verirrte sich jetzt noch ein insekt in den
fängen, längst stapelten sich die
christbaumkugeln im möbelhaus, langsam
umrundeten wir den see, leise trieben die

wellen ans ufer, dann der morast des sommers
auf dem grund, später dann fledermäuse um
unsere ohren, längst rutschig der steg

verpackt wurden die segelschiffe für den
langen schlaf, am abend der fischer mit
seinem fang in der räucherkammer

Verblühter Löwenzahn #2

Über den See gerudert, Münter nicht

zuhause. Die Bäume nachgezählt, Berge in

einem versunkenen Rot. Die Sonne trieb

die Städter voran. Auf der Hinfahrt den Pferden

einen Gruß dargeboten. Vereinzelt auch einer

Kuh. Der Mond wollt später nicht auf das

Wasser scheinen. Den Sternen nachgegangen.

Am Rand des Sees verblühter Löwenzahn.

Weggeblasenes Glück.

Den Möwen beim Schlafen zugeschaut.

Vor der Wahl

Der Franz freute sich auf die Wahl. Keine Frage. Schon lange nicht mehr so auf eine Wahl gefreut. Er wusste, was er wählen wollte. Doch das Ergebnis schien ihm noch offen. Offner den je. Und dies in Bayern. Demokratie lebte von der Spannung. Vielleicht würde ja auch der FCB nicht Meister werden. Dies wäre auch mal wieder angebracht. Franz hatte keine Briefwahl gemacht. Würde, frisch gestärkt nach einem guten Frühstück, ins Wahllokal gehen. Danach erst in die Berge. Der Nebel lag grad eh oft über dem Land.

garten eden

schritte auf schritte auf dem beschädigtem
asphalt, und dieser garten eden, wo, die
tränen der glückseligkeit geweint

lerchengesang im gestrüpp, ins feuer
geworfen die esskastanien, lang lag
der nebel über dem land, unsere händen

in den wintermanteltaschen, verhallt die
geräusche der motoren, abgeräumt der acker
tiefe furchen gezogen

das tor des garten gesucht

Sanddorn

spitz wehrte sich der Sanddorn gegen
deine Hände, der Westwind trieb die
Wolken vor sich, Astern legten sich
ins Gras, die Kräfte verlassen hatten
die Rosen nach der Dürre
o mio babbino caro erweicht das Herz
der Wintervorrat der Eichkätzchen wächst
auch die DDR hatte ihre Zitronen, die
Ernte fällt bescheiden aus, Abschweifungen
nichts als Abschweifungen, die Bücher
drehen den Rücken zu, der Fasan muss
erst noch gejagt werden
die Büsche grüßen uns