Kategorie: Lyrik

Fischstäbchen

Gib Butter bei den Fischen, im See

schwimmen keine Ölsardinen

Unglück bringt der Freitag nicht , die

Waschküche ist längst geschlossen

 

Wäschetrockner stehen in jeder

Eigentumswohnung, Ball spielen auf der

Wiese verboten, mit den Smartphones

 

sind die Kinder verräumt, Spinat

mit Spiegelei wäre eine Alternative

zu den Fischstäbchen

 

der frühe vogel

im sommer fuhr er schon sehr früh

als die vögel zu singen anfingen

mit seinem rad die isar entlang.

gerne nahm er sein rad, so war er

 

schnell am gewünschten ort. zwei

körbe, vorne und hinten, dazu noch

alte satteltaschen. er musste schnell

sein, damit anderem ihm nicht zuvor

 

kamen. gerade am samstag- und

sonntagmorgen konnte er auf reichlich

beute hoffen, mit glück fand er sie schnell

konnte die weggeworfenen pfandflaschen

 

aus den mülleimern fischen, hier und

dort fand er sie auch verstreut in den

büschen und auf dem kiesbett verteilt.

schwer beladen traf er beim supermarkt ein

Rhizom #Deleuze&Guattari

 

Das Buch als Rhizom, das Schreiben

eine Ingwerknolle. Überall Giersch.

Spargel. Aber auch, zwischen Biegen

und Brechen, Bambus.

Schreiben als Mannigfaltigkeit.

Kleists anrennen.

Kafkas Ersticken an der Bürokratie.

Linien überwuchern die Bücher,

durchziehen das Werk.

Der Autor als Gärtner.

Beschäftigt mit Iris und

Kurkuma.

Umrankt von Efeu.

Wo ist das Ende?

Wo der Anfang?

Lenz im Gebirge.

Kerouac unterwegs.

Dazwischen, keine Mitte,

nirgends. Mayröckers

Arbeitszimmer, ein einziges

Rhizom.

Las Vegas

Fern von Las Vegas liegen die Spielhöllen

an jedem Straßenrand. Auf jedes Spiel

kann man überall wetten.

 

Für 1 Euro gibt es gegenüber

was zu kaufen. Buchhandlungen

werden immer weniger.

 

Die Lagerarbeiter beim Versandhändler

bekommen den Mindestlohn. Für Bücher

langt der nicht.

 

Bücherregale sind aus der Mode

gekommen. Wer dauern umzieht,

verzichtet auf die Last.

 

Der Brockhaus liegt im Keller.

Statussymbole sehen heute

anderes aus.