einen pflaumenbaum zur ehr #2

zwischen dem verrückten erdbeermund und

den balladen des villons, der lebenswandel nicht

ohne rüge, die justiz stellte ihm nach, wund das

tier in dir, die leidenschaft nicht endend, im winter

 

gar gesehnt nach deinem mund, in paris gelebt die

jahre der sünde, gelästert, der leidenschaft gefrönt

frei, ohne angst vorm henker bis zuletzt zwischen

lumpengesindel und grab, einen pflaumenbaum zur ehr

Sommerfrische #2

Aus der Mode, doch wunderbar. Über die Berge

in den Süden, das süße Leben, das entspannte

Nichtstun, zwischen Oliven, Zypressen, Oleander

den Rosmarin pflücken, Feigen vom Baum essen

die Beine ausstrecken. Ab und an ins Wasser

springen, den Eidechsen beim Sonnen zusehen

in der Bar einen Kaffee trinken. Später küssen

wir uns. Später.

in der nacht treffen wir fische im see

über und über quellen rote beeren, schwüle

wärme der frühe, am abend das rote bouquet

in der kehle, nur deine lippen noch röter von

den bissen, das heu wird vom bauern eingefahren,

das korn längst gedroschen, hortensien kämpfen

mit dem phlox um zuneigung, längst biegen sich

die zweige der apfelbäume zum boden, später

laufen wir hand in hand über die staubtrockenen

wiesen, beckett wartet nicht mehr, in der

nacht treffen wir fische im see

sine tempore

Feine Manieren gehen anders. Doch dies hatte jeder ahnen können. Die Queen lässt man nicht warten. Macht man nicht. Die ist schon eine ältere Dame. Allein deswegen schon nicht. Franz war kein Fan von Königinnen und Königen. Er schaute nicht in die Bunte. Schaute sich auch keine königlichen Hochzeiten an. Es war auch nicht seine Stärke, sämtliche Thronfolger daher sagen zu können. Doch die Königin warten lassen? Trump tat dies, was jeder von ihm dachte. Als wäre er Holzfeller aus den tiefen Wäldern. Aber was will man erwarten? Nichts. Die erste Amtszeit von Trump war noch lange nicht zu Ende. Europa musste sich irgendwie arrangieren mit dem amerikanischen Präsidenten. Am Abend war Franz ein paar Runden im Schyrenbad geschwommen. Liebte die Abkühlung am Abend, Wenn das Bad leerer wurde. In der Früh war die Luft viel zu kalt gewesen. Vielleicht 12 Grad. Da konnte man die Jacke auf dem Rad fest zuziehen. Keine lauschigen Sommernächte. Draußen sitzen am Abend keine große Freude. Die Biergärten wurden schnell leer. Die Geranien auf dem Balkon blühten trotzdem um die Wette. Weit hingen sie herab.

Sommerschwäche

Trump rüttelt an der NATO. Spielt sein Spiel. Als wäre die Welt nur ein Spielzeug. Franz liebte diese Spiele nicht. Stand alten Männern nicht zu. Dann doch eher Eisenbahn wie Seehofer. Aber der war mit seiner Eisenbahn auch nicht zufrieden. Musste auch immer eine dicke Hose markieren. Ein bisschen Trump steckte eben auch im kleinen Seehofer. Franz mochte lieber eine vernunftbetonte Politik. Franz hatte für Belgien gehalten. Hatte nichts genützt.  Im hatte das Spiel der Belgier imponiert. Doch er wusste auch, dass die Franzosen die taktisch bessere Leistung vollbracht hatten. Weltmeister wird man mit einer starken Defensive. Er wollte eigentlich gern einmal nach St. Petersburg. Die Nächte so hell. Nächstes Jahr war auch Zeit. Da waren die Flüge sicher günstiger. In München waren die Nächte kalt geworden. Sommerschwäche. In der Früh 12 Grad. Da musste er schon eine feste Jacke zum Radeln anziehen. Beim Open Air ging er zeitig. Maria und er waren ganz durchgefroren.

später Gewitterpfützen

die Patisserie hatte schon geschlossen, Plakatwände

versprachen noch den Sommer, dein Blutdruck war

längst im Keller, in den Nächten schwamm Carmen

durch den Bodensee, unter ihren Früchten bogen

sich die Apfelbäume, Bachs Kaffeekantate verhieß

einen angenehmen Abend, wir kratzen den letzen

Kuchen vom Blech, deine Nackenhaare glänzten

in der Abendsonne, später Gewitterpfützen

Milchstraße noch weit

Vor lauter Sehnsucht nach Wörtern durch

den Wald gerannt, die Sommervögel folgten

den weißen Wolken, die Milchstraße noch weit

erst später wird uns der Mond den Weg zeigen

Anrufbeantworter liegen auf der Müllhalde

davonfliegen können, die Wörter zergehen auf

den Lippen, über die Berggipfel weit, von Fern

rauscht ein Zug, kühle Luft lässt frösteln uns

Milch und Honig später, später