bei kirke

die insel lag ruhig beim vorbeifahren, eichen wucherten überall, auch sonst viel baum sie  bedeckte, ein paar häuser sie besiedeln, eine villa gar. freundlich die gastgeberin uns begrüßt, wir, die wir fast verdurstet sind von der langen fahrt übers meer, hungrig fallen wir über das dargereichte essen her, bis wir fallen in einen unruhigen schlaf

Glühwürmchen flimmerten ums Glück

Den Sommer mochte Franz. Wenn es sehr heiß wurde, sprang er immer ins Freibad und drehte ein paar Runden. Am Abend. Wenn das Bad leerer wurde. Zur Not ging auch die Badewanne. Später dann noch unter die Kastanien. Der Wind durchzog leise die Blätter. Leer war der nicht, der Biergarten. Aber es gab schlechtere Plätze im Sommer. Irgendwann, kurz bevor der Biergarten zumachte, ging er heim. War ja nicht weit. Der Jasmin duftete. Glühwürmchen flimmerten ums Glück. Franz war zufrieden, die Nacht noch lang. Nur das Schreiben könnte mehr sein. In der Früh stand er im Sommer meist zeitig auf….

in der weißen nacht

zwischen den rosenblüten im garten den violinschlüssel verschlungen, die hände wund von der klaviatur, die dornen das hemd längst zerrissen sommersonnenwendschlaflosigkeit vor den hellen nächten in den dunklen keller geflohen, dem maler sind die farben längst vertrocknet, wir sangen die kaffeekantate auf der schiefen gartenbank, das geplaudere schreitet voran gegen die vögel     der kaffee ist schwarz nicht stark genug kann er sein in der weißen nacht, die küsse so zart unter dem kirschenbaum

Sprachlos umherirrend

Die Zeichen nicht gedeutet. Welche Sprache sprechen die Gebärden? Lächelten seine Lippen? Sprachen seine Augen zu ihm? Sprachlos irrte Franz in Tokio umher. Nicht lesen konnte er die Sprache. Nicht sprechen. Vorbei rauschenden die Menschen. Gedränge in der U-Bahn. Geschichten konnte er keine erzählen, Geschichten konnte er keine verstehen. Der reich gedeckte Tisch ließ ihn nicht verhungern. Viele kleine Schälchen, Tellerchen, Reis, Gemüse, Fisch. Stäbchen. Ungeübt bem Essen. Die Gastgeber waren da eindeutig im Vorteil.

Mit Odysseus übers Meer

Früher hatte Franz Pound gelesen. Diesen großen modernen Lyriker. Diesen elenden Faschisten. Mieser Mussolini-Fan. Judenhasser. Ein Schmied seinesgleichen. Ernst Jünger hatte Franz auch nur in der Bibliothek gelesen. Zuhause wollte der Jünger nicht stehen haben. Franz tat sich schwer mit Pound und Jünger. Heidegger hatte er auch nur mit Seidenhandschuhen angefasst. Den hatte er aber dann doch zu sich nach Hause geholt. Mit Odysseus war das leichter. Den konnte jeder mögen. Musste Literatur und Philosophie korrekt sein? Durfte er ein Gedicht gut finden, dessen Autor ein Antisemit war? Maria hatte ihm von CasaPound erzählt. Ein harmloser Name. Doch dahinter stecken…

Und der Wind

Guter Dinge war Franz. Das Grünwalder Stadion würde wohl bald belebt werden. Uraltes Teil, dieses Stadion, sein Großvater hatte es geliebt, hatte die Meisterschaft dort erlebt. Vergangene Zeiten. Aber 4. Liga hat auch ihren Reiz. Kohl war gestorben. Franz war nie ein großer Freund von Kohl gewesen. Er war sich nicht sicher, was er ihm zu verdanken hatte. Aber einem Toten würde er nichts Schlechtes nachsagen. Bei Trump war das was anders. Der Sommer lag in der Stadt. Und der Wind. Als läge München an der Nordsee. Beim Rad fahren zog sich Franz eine Jacke an. Der kräftige Wind gefiel…

altaussee

die töne durchschlugen die schleusen, die basslinie ging über die ufer, mayröcker beim kiesertraining, zwischen den   fugen den besen genommen im altaussee den schnee versenkt, die oktaven zu tief gespielt, beim kirchenausgang   die ohren eingezogen, vergeigt den bach runter geflossen, das eis der berge schmeckte vorzüglich das glas ausgetrunken

wagners leid

wenn öd und leer das meer, der gesang durch die knochen geht, kein schiff will fahren ans   rettende, gewiss scheint der tod im hyazinthengarten, so grün irland liegt weit, die liebe geschenkt und verloren   die grillen singen ihr lied dazu, am end nur bleibt der tod, betrübnis vergangen der liebe freud