Projekt #2

Albernheit und Gefühllosigkeit liegen nicht immer auf der Straße herum. 

Gut gekleidet war er nicht. Dies konnte man nicht sagen. Seine Turnschuhe waren von einfacher Art. Seine Jogginghose außer Mode. Für die meisten. Fast sauber sein T-Shirt. Gut in Form war er. Ging oft zum Training. Er musste stark sein in der Welt. München war laut und groß geworden. Zügig ging er über die Donnersbergerbrücke. Sein Fernweh hielt sich in Grenzen. War gerne daheim. In seiner Stadt. In seinem Stadtteil. Über die Brücke kam man in eine andere Welt. Neuhausen war was besseres. Andere Menschen lebten dort. Zumindest früher. Das Westend hatte sich auch sehr verändert. Verspürte immer Unwohlsein im anderen Viertel. Er gehörte dort nicht hin. Suchte das Geschäft aus. Schusterei. Ein Flickschuster. Hatte ein paar Halbschuhe zum Besohlen dabei. Der Laden gehörte einem Griechen. Redete ein paar kurze Sätze. Der Grieche hatte viele Schuhe im Laden. Sein Geschäft florierte wohl ganz gut. Die Hitze in der Stadt war auch im Geschäft spürbar. Der Schweiß lief ihm von der Stirn. Der Staub der Stadt wurde von keinem Gewitter weggefegt. Vor den Cafés saßen viele mit einem Getränk, schauten auf ihre Smartphones, redeten mit ihren Nachbarn, schrieben Nachrichten. Manche tranken Bier, die meisten Getränke hatten andere Farben. Paul musste etwas wagen. Sein ganzes Leben ging dahin. Mitte zwanzig war er und noch nichts Großes gewagt. Es war an der Zeit.

In der Hölle ist nicht immer Platz frei.

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