Jasna Gora: Mateusz

Immer wieder war er nach Jasna Gora gegangen. Jedes Jahr. Seinen Rosenkranz dabei. Von Warszawa aus zu Fuß. Gut 200 Km gepilgert. Auf den Heiligen Berg. Zur Schwarzen Madonna. Er war nicht der einzigste. Viele gingen mit ihm. Jeden Tag. Jedes Jahr. Millionen Polen gingen zur Schwarzen Madonna. Oder fuhren. An sie hatten sie immer geglaubt. Sie hatte ihnen immer geholfen. Sie hatte die Kriege überstanden. Auch die Weltkriege. Auch die Nazis. Auch die Sozialisten. Später kam der Papst. Ihr Papst. Immer wieder. Wie er. Er kam jedes Jahr. Seine Füße schafften es noch. Auch wenn ihm das Gehen schwer fiel. Er musste den Weg gehen. Solange er noch konnte. Mateusz war jetzt schon alt. Seine Frau ging schon lange nicht mehr mit. Doch seine Knie waren noch in Ordnung. Er brauchte jetzt länger. Zwei Wochen oder mehr. Kam darauf an. Doch er war nie allein. Er bettete immer den Rosenkranz. Er ging zur Schwarzen Madonna. Jasia Gora war kein hoher Berg. Vielleicht war es das letzte Mal. Dieses Jahr wollte er noch gehen.

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