Blagoweschtschensk: Majenka

Gelb war das Haus angestrichen. Und türkis die Fensterläden. Der Dachstuhl glänzte im dunklen Rot in der Morgensonne. Auch innen farbenfroh. Lange Winter hatten keine Chance. Die Tapeten an der Wand hatten Blumenmuster. Kein Grau. Der Fluss Amur nicht weit. Auch nicht die nächste Stadt. Blagoweschtschensk. China ein Katzensprung. Das Haus stand in Ivanovka. Nicht der Rede wert. Ein Dorf wie viele andere. Majenkas Familie war schon vor Jahrzehnten hierhergezogen. In den Ost. Hier war Russland fast zu Ende. Früher hatte man hier nach Gold gesucht. Ihre Familie hatte aber nichts gefunden. Haben Tiere gezüchtet. Kartoffeln gepflanzt. Ihr Vater war Lehrer geworden. Majenka auch. Dorfschule. Rechnen. Lesen. Nun ist sie schon in Rente. Pflanzt immer noch Kartoffeln an. Sie mag ihr buntes Haus. Auch die Kirche mag sie. Die ist ganz in blau. Weiß die Fenster. Am Sonntag kommen immer die Enkelkinder. Und bringen Kuchen. Früher ist sie auf dem Amur mit dem Schiff gefahren. Oft sah sie einen Kranich über den Fluss fliegen. In Japan ist sie nie gewesen.

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