Wladiwostok: Schorotschka

Nur die verrücktesten fuhren Woche für Woche von Wladiwostok nach Moskau. Schorotschka hatte nicht die Wahl. Brauchte das Geld. Sein LKW war seine Welt. Irgendetwas gab es immer zu transportieren. Alte oder neue Autoteile waren es meistens. Oder Maschinen. Der Handel zwischen China und Russland blühte. Der Asphalt war besser geworden. Die Straße war im Winter oft weiß. Eine gerade Linie zog sich bis zum Horizont. Auch in der Nacht war die Straße nicht leer. In seinem LKW war genug Platz für eine Kaffeemaschine. Wenn er einstieg, zog er seine Schuhe aus. Die Nächte verbrachte er auf den trostlosen Parkplätzen, die sich um Tankstellen wickelten. Oft grillte er im Winter sich selber etwas. Oder kaufte sich was Heißes am Straßenrand. Immer wurde irgendetwas angeboten. Die Menschen hatten Hunger. Auch Schorotschka hatte Hunger. Hunger auf das Leben. Hier und da sah er eine Frau. Ging in die Bar mit ihr. Brauchte die Wärme. Die Winter kalt. Er hatte genug Platz in seinem LKW. Bei ihm musste niemand frieren.

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