Datscha #2

Der normale Schrebergarten wäre nicht ihr Ding gewesen. Der Obergärtner in Feinripp hätte sie in ein Korsett gesperrt. Der Garten hätte akkurat sein müssen. Wildwuchs war verpönt. Doch sie liebte Grün. Berlin war schon ok für sie. Sie wollte nicht als Landei existieren. Würde sie nicht überleben. Doch wollte sie auch in der Erde buddeln. Mit ihren Händen. Tomaten anpflanzen. Einen Apfel vom Baum essen. Stauden setzen. Blumenzwiebeln in den Mutterboden stecken. Regenwürmer lieb haben. Auf der Datscha gab es keinen Lärm. Keine Backpacker. Keine U-Bahn. Auch kein Coffee to go. Nahe beim Schwielowsee war die Datscha. Kein Luxus. Kein Fernseher. Warum auch. Das Glück funktioniert ohne Fernseher besser. Ohne Luxus auch. In den Nächten schaute sie die Sterne an. Mehr brauchte sie nicht. Es waren eh so viele.

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