Die Sommerzeit war vorbei

Hopp-Fan war der Franz nicht. Auch kein Red-Bull-Fan. Franz verstand die Sehnsucht nach der alten Zeit. Für einen Fußballverein war es auch keine einfache Entscheidung, von wem man Geld annehmen soll und von wem nicht. Angesichts der Unsummen, die im englischen Fußball ausgegeben wurden, konnte man in der Bundesliga ja auch schlecht auf Amateurliga machen. Die Löwen wollten ja auch nicht in die 4. Liga und da bleiben sowieso nicht. Kritik an Hopp und Mateschitz war für den Franz schon in Ordnung. Hass aber nicht angebracht. Herbststurm Herwart war übers Land gezogen. Wangerooge war ein Stück kleiner geworden. In Barcelona waren Hunderttausende auf die Straße gegangen. Samstagnacht war auch in München der Sturm stark gewesen, Franz musste, was er ungern tat, alle Fenster in der Wohnung schließen. er liebte es, bei offenem Fenster zu schlafen. In Giesing war es meist ruhig. Den Gesang der Vögel nahm er gern als Weckruf an. Wecker stellte er ungern. Wenn er keinen frühen Termin hatte, war dies auch kein Problem. Wurde auch so in der Früh wach. Sonntagfrüh zeitig beim Bäcker gewesen. Hatte aber schon vor acht auf. Die Sommerzeit war vorbei. Die Nacht drückte früher herein. Tagsüber schwere Wolken vorbeigezogen. Wenig Radfahrer an der Isar. Franz hatte Bewegung gebraucht. Nur Sonntagskuchen ging nicht. Es würden die trüben Tage kommen. Novemberblues. Wenn Franz an der Luft war, durch die Laubblätter radelte, machte ihm der Regen und der Wind wenig aus. Später einen warmen Tee oder eine heiße Schokolade. Roch nach Kindheit. Die Oma hatte immer eine ganze bauchige Kanne mit heißer Schokolade gemacht. Ein kariertes Muster war drauf gewesen. Nachkriegsware. Das Geschirr hatte den Krieg nicht überstanden. Manch anderes auch nicht. Charlotte Knoblauch war 85 geworden. Franz mochte die Ohel-Jakob-Synagoge, für die sie sich eingesetzt hatte. Mitten in der Stadt ein wunderbarer Ort. Gern saß der Franz im Sommer vor dem Stadtcafe und schaute auf die Synagoge.

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