Mathias #6

Ein Auto hatte Mathias nicht. Warum auch. Wollte ja auch nicht fortfahren. Wenn er was zu erledigen hatte, nahm er sein Fahrrad oder seinen Bulldog. Er hatte ja Zeit. In der Scheune stand auch noch ein altes Moped. Setzte sich manchmal drauf und fuhr nach Altomünster. War ihm mit dem Fahrrad zu anstrengend geworden. Seine Knie waren nicht mehr die jüngsten. Die Hercules war nicht schnell, lief aber zuverlässig. Schaffte auch Steigungen. Kaufte sich eine Kugel Eis. Setzte sich auf die Bank und aß es in der Morgensonne. Mathias gönnte sich immer nur eine Kugel. Danach kaufte er Brot und fuhr heim zu seinen Kühen und Hühnern. Manchmal redete er mit dem Eisverkäufer. Über Italien und die Berge. Über Fußball. Mathias schaute fast nie fern. Doch manchmal ein Fußballspiel. Sein Fernseher war klein. Den Ton musste er lauter stellen. So gut hörte er nicht mehr. Wenn in seinem Dorf Kinder mit dem Ball spielten, blieb er manchmal stehen. Früher war er auch so gehüpft. Als gäbe es kein Morgen sich die Lunge rausgerannt. Wenn er zurückkam aus Altomünster, ging er immer in den Stall und erzählte den Kühen alles. Mathias war nicht allein.

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