Mathias #2

Wenn der Sommer ging, saß Mathias meist in der Küche. Er hatte genug Holz. Zog es meist noch selber aus dem Wald. Sein Fendt hatte schon bessere Zeiten gesehen. Lief aber einwandfrei. Der Nachbar half manchmal beim Holz machen. Der Wamsler in der Küche mochte nur kleines Holz. Zu großes ging nicht hinein. Meist hatte er eine Suppe auf dem Herd stehen. In der Früh ging er in den Stall. Meistens molk er die Kühe noch alleine. Hatte eh nur noch fünf. Früher waren es zwölf gewesen. Mehr gingen nicht in den Stall. Und ein paar Kälber. Ein paar Ziegen haben sie früher auch gehabt. Jetzt hatte er nur noch ein paar Hühner. Die Kühe hatten alle Namen. Das war immer so. Und soll auch so bleiben. Von den großen Laufstellen hatten sie ihm im Wirtshaus erzählt. Die meisten, die ins Wirtshaus gingen, waren keine Bauern mehr. Längst den Betrieb aufgegeben. Sich wo anstellen lassen. Manche holten sich bei ihm die Milch. Die vom Discounter war ihnen doch nicht recht. Die übrige Milch holte der Milchwagen ab. Kam auch für kleine Mengen. In der Küche war es warm. Nach dem Melken am Abend war Feierabend. Mathias saß dann auf der Eckbank und las noch in der Zeitung. Manchmal schlief er dabei ein. Die schweren Hände auf dem Tisch als Kissen für seinen Kopf. Wenn Besuch kam, freute er sich, trank ein Bier. Fürs Essen und Trinken hatte es immer gelangt. Seitdem die Waschmaschine kaputtgegangen war, wusch eine Nachbarin ihm die Wäsche mit. War ihm recht, mit Wäsche kannte er sich nicht aus. Wenn er jemanden zum Reden brauchte, ging er in den Stall. Seine Kühe hörten ihm gerne zu.

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