Schönheitskönigin

Maria liebte die bayrische Küche. Italienisch gab es ja daheim. Natürlich kochte sie gerne italienisch. Aber wenn sie ausging, war sie froh, wenn es auch was anderes gab. Dafür lebte sie ja auch im Ausland, studierte in München. Und wenn sie auf die Wiesn ging, durfte es schon was Gutes geben. Als die Freundinnen da waren, war sie schon in der Schönheitskönigin gewesen, aber mit dem Franz wollte sie auch hin. Zum Glück hatte der Franz nix dagegen. Brennsuppe und Kutteln wollte sie nicht essen, auch das Hechtenkraut verschmähte sie, Hecht war nicht ihr Ding auch wenn angeblich schon ein bayrischer König daran Freude gehabt hatte. Sie hat sich dann fürs Kronfleisch entschieden, ohne genau zu wissen, was denn da kommen würde. Beim Apfelstrudel war sie weniger überrascht, den kannte sie schon. Maria und Franz tranken die Maß Bier gemeinsam, nach der zweiten hatten sie auch schon genug. Zu lang wollten sie eh nicht bleiben, mitten in der Woche musste es nicht sein. Die Sonne schien wunderbar spätsommerlich, beim Heimradeln war der Himmel rot gefärbt. Wiesnsommerwetter. Spätsommer eben. Ein Hauch von Nostalgie lag über dem Abend. Der Sommer würde nicht mehr lange dauern. Aber für heute war er noch zu spüren gewesen. Zufrieden radelten sie Giesing entgegen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s