Eine große Freude lag über der Stadt

Die Winde liebte Franz sehr. Sonne und Wind. Bestes Radlwetter. Nordseewetter. Besser mit einer leichten Jacke auf dem Rad. Maria mochte lieber weniger Wind. Und mehr Wärme.  Dem Franz war eine frische Brise schon recht. Der Bundestag hatte heute Geschichte geschrieben. Abstimmungen ohne Fraktionszwang mochte er. Rochen nach Demokratie. Gab es viel zu selten. Franz kannte viele Schwule. Auch Lesben. Aber ob die nun alle heiraten würden? Er war kein großer Freund von der Ehe. Doch jetzt durften sie. Das fand er schon gut. Viele hatten im Bundestag für die Ehe für alle gestimmt. Auch zahlreiche von der CDU. Die Gesellschaft hatte sich verändert. Nicht nur bei den Nazis war Homosexualität verboten gewesen. Mussten rosa Winkel tragen im KZ. Auch in der Bundesrepublik wurden die Schwulen lange verfolgt. Den § 175 hatte es ewig gegeben. Eine Schande. Im Strafgesetzbuch von 1872. Bis 1994. Ein Unding. Franz radelte gern durchs Glockenbachviertel. Am Abend ging er mit Maria essen. In der Stadt war viel los. Eine große Freude lag über der Stadt. Fehlte nur der Regenbogen am Himmel.

One Comment

  1. Herr Rast hatte einen Freund, mit dem er jedes Wochenende verbrachte.
    Rast’s Liebchen hieß er für uns. Herr Rast organisierte für einen kompletten Straßenzug Kabelfernsehen mit Westsendern inklusive.
    Niemand wäre darauf gekommenen Herrn Rast wegen seiner sexuellen Orientierung zu diskriminieren. Dieses Problem kennen wir, aus dem Osten, erst seit der Eingliederung in die Bundesrepublik. Davor konnte jeder nach seiner Art selig werden.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s