Kartographie #6 Kolumbusplatz

Das Gelborange der 80er gefiel Maria. Wenn sie hinabstieg, schien auch unten fast die Sonne. Die grün gefliesten Säulen rankten wie Bäume in den Himmel. Ein kräftiges Rosenrot setzte Akzente. Als der U-Bahnhof ein Garten. Auch der Name von dem Bahnhof gefiel Maria. Erzählte von der weiten Welt. Sie war gerne unterwegs. Träumte von fremden Ländern, lernte fremde Sprachen, fuhr nach dort und da. Schön öfters war sie in New York gewesen. Aber zum Studium hatte sie sich für München entschieden. War ruhiger, aufgeräumter, sicherer. Oberirdisch war der Kolumbusplatz eher langweilig. Ein wenig liebloses Grün. Den Stadtplanern war da wohl nicht so viel eingefallen. Aber sie mochte die Gegend. War schnell an der Isar. Geschäfte um die Ecke. Von ihrem Zimmer konnte sie ein wenig Grün sehen. Einen Balkon hatte sie nicht. Drum ging sie, wenn sie den Sternenhimmel anschauen wollte, zu den Isarauen. Mehr brauchte sie nicht. Wenn sie große Sehnsucht nach Natur hatte, fuhr sie zu ihren Eltern, die hatten einen herrlich großen Garten. Fast ein Paradies. Maria hatte ja die Großstadt gewählt. Wollte Menschen. Abenteuer. Lärm störte sie nicht.

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