Kartographie 2# Sendlinger Tor

Wenn Maria nach Hause wollte, musste sie meistens am Sendlinger Tor umsteigen. Dies war ihr recht. Neue U-Bahn, neue Gesichter. Auch das Warten machte ihr Freude. Studierte die Fahrgäste. Was sie trugen. Welches Gepäck sie dabei hatten. Viele kamen hier aus der Innenstadt. Vom Einkaufen. Trugen große Papier- oder Plastiktaschen. Neue Klamotten. Für den Sommer. Für den Winter. Immer was los. Doch auch viele kamen oder gingen zur Arbeit. Oder zur Uni. Reisende kamen vom Hauptbahnhof und wollten zu ihrem Hotel. Maria hörte gerne ihre Sprachen. Im Sommer waren immer viele Touristen in München. Oft aus der ganzen Welt. Saßen in der U-Bahn, auch wenn sie gerade aus Australien kamen, oder aus Tokio. Gerne würde Maria japanisch sprechen, doch sie verstand kein einziges Wort. Immer wieder traf sie auch Landsleute aus Italien. Die liebten auch die U-Bahn. War so schön schattig. In Italien war Maria immer viel Bus gefahren. War auch spannend. Ihre Eltern wollten nicht, dass sie Roller fuhr. In München hatte sie sich aber einen Roller gekauft. Vom Ersparten. Durften ihre Eltern aber nicht wissen. Sie war noch ein wenig ängstlich. Drum fuhr sie doch meist mit der U-Bahn. Eine alte Vespa. In Orange. Stank ziemlich. Aber ein herrliches Gefühl. Laut war sie auch. Zur Uni fuhr sie damit aber nicht. War ihr noch zu weit. Und sie brauchte die Studien. Gesichter. Immer Gesichter. Und Körper. Auf dem Roller flog alles vorbei.

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