Wann fuhr der nächste Zug?

Wenn Franz keine Einfälle hatte, fuhr er gern zum Bahnhof. Er mochte das Treiben. Die Pendler. Die Fernreisenden. Am liebsten die Urlauber mit Rucksack. Er kaufte sich dann eine Zeitung und trank einen  Kaffee. Manchmal auch zwei. Und beobachtete dabei die Menschen. Schaute sich auch Fahrpläne an. Wann fuhr der nächste Zug nach Paris? Nach Rom? Nach Budapest? Es gab auch Tage, da stieg er in einen Zug ein. Lies sich treiben. Fuhr irgendwo hin. Meist mit dem Bayern-Ticket. Gern nach Bregenz. Manchmal auch Salzburg. Wenn er gerade gut bei Kasse hatte, auch für ein paar Tage nach Florenz oder Rom. Frühling in Italien gefiel ihm. Verbesserte seine Laune schlagartig. Am liebsten war er mit einem Rucksack unterwegs. Mochte keine Rollkoffer. Brauchte nicht viel. Der Kaffee am Bahnhof schmeckte ihm immer gut. Roch nach Italien. Redete mit der Bedienung ein paar Wörter. Fast wie Urlaub. Franz liebte seine Sehnsucht.

2 Comments

  1. Der letzte Satz ist psychologisch genial. Zeigt mal eben unser aller Innenleben.

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    1. ein Leben eben…:)

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