Der Winter war gebrochen

Der April jagte schon Frühlingsstürme durch den März. Franz reckte seine Nase in den Wind, tief Luft holend. Die Bänke an der Isar waren fast alle besetzt. Franz sprang rasch ins Volksbad, um ein paar Runden zu drehen. Angenehme Leere. Freie Bahnen. Danach fühlte er sich entspannter. Sein Rad hatte im Winter ein paar Rostspuren bekommen. Zuviel Salz wohl. Müsste mal wieder geputzt werden. Wenn Franz Zeit verspürte, liebte er es, handwerkliches zu machen. Doch meist war dies nur Kochen. Wenn er Bücher gelesen, Sätze geschrieben hatte, liebte er es, Einkaufen zu gehen und etwas zu kochen. Gerne für Gäste. Gerne auch nur für sich allein. In der Küche hörte er gerne Radio. Drehte dann schon einmal lauter auf. Sang dazu. Wollte noch Klavier spielen heute. Ein neues Stück vielleicht. Weiße Wolken flogen am Himmel. Überall blühten jetzt Schneeglöckchen. Die Kornelkirschen fingen auch bald an zu blühen. Auf dem Weg nach Hause blieb er immer wieder stehen, schaute nach Blüten, nach Grün. Der Winter war gebrochen.

2 Comments

  1. The first line is especially beautiful, both the image they create and the sound of the words themselves when read out loud.

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    1. ich danke sehr:)

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