Das Grau der Tage

Das Grau der Tage schlug Franz aufs Gemüt. Ihm fiel nichts ein. Schon seit Tagen keinen anständigen Text mehr geschrieben. Immer wieder in den Papierkorb geworfen. Oder, schlimmer noch: Auf das weiße Papier gestarrt. In den matten Bildschirm geglotzt. Unzufrieden über sein Schaffen gewesen. Beim Radeln über die Nässe geärgert. Auch beim Bäcker nicht entspannt gewesen. Vor der Nase der letzte Vanille-Krapfen verkauft. War nicht sein Tag. Dabei hätte der Krapfen die Laune gehoben. Es half aber nichts. Am Abend musste er auch noch in der Bar arbeiten. Auch das noch. Hatte heute zugesagt, dass er zu einer Lesung nach Berlin fahren würde. Zusammen mit ein paar anderen Autoren gab es eine Veranstaltung von seinem Verlag. Berlin gefiel ihm. War lässig. Viele Kollegen waren dort. Würden ein paar schöne Tage werden. Noch war aber kein Frühjahr, noch war kühler Februarregen. Ganz verzweifelt kämpfte sich ein wenig Grün durch die kalte Erde.

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