Wenn Schnee lag, frisch und zart

19.02.2017

Wenn Schnee lag, frisch und zart, zog Franz gerne seine Wanderstiefel an – gut eingefettet – und zog los. Über die Felder, Wiesen, in die Berge, auf die Hügel. Zog die Luft ein, hüpfte vergnügt wie ein kleines Kind. Fuhr mit dem Auto aus die Stadt oder dem Zug. Nicht allzu weit. In das Weiße. Saß sich die tiefen Spuren an. Die Rillen, die Abdrücke. Ging oft stundenlang. Bis die Beine schwer wurden vom tiefen Schnee. Kein Halten war. Liebte das Knirschen unter den Sohlen. Wollte in den unberührten Schnee. Sah Spuren vom Reh. Oder Hasen. Blieb dann gern über Nacht auf dem Land. Besuchte Leute. Fern der Stadt. Hin- und hergerissen zwischen Stadt und Land. Konnte ohne Stadt nicht sein. Konnte ohne Land nicht sein. Der Schnee lag wie Sanddünen über dem Feld. Verweht vom Wind. Bis zum Abend wollte er gehen.

2 Comments

  1. This reminds me of the two winters I spent living in München decades ago, just barely 20. Isolated during the week taking care of children and laundry as an au pair, on the weekends I’d take the S-Bahn to its final village and walk the snow, alone but not isolated or lonely.

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