Sein Gesicht war ganz kalt

25.01.2017

Die Bilder von Großvater waren meist kleine Abzüge in schwarzweiß. Fotos von coolen Jungs, die ihr Abenteuer suchen. Schöne Frauen kennenlernen wollen. Heile Körper. Gut genährt. Später sieht man auch brennende Häuser. Verletzte. Tote. Fremde Völker. Großvater war Offizier. Funker. Hatte eine Leica. Paris sah schön aus auf seinen Fotos. Männerurlaub. Bloss nicht über die Toten nachdenken. Gehörte dazu. Franz machten die Bilder immer nachdenklich. Er musste raus. Auf andere Gedanken kommen. er radelte nach Haidhausen. Ging in eine Buchhandlung. Ein wenig umschauen. Nichts bestimmtes. Ein paar Worte wechseln. Danach wollte er noch ein paar Freunde treffen. Trump dachte laut über eine Mauer nach Mexiko nach. Wollte wohl ein Wahlversprechen einhalten. Mauern gab es doch noch genug, dachte Franz. Sein Gesicht war ganz kalt. Aber das Radeln machte ihm auch im Winter Freude. Nur die Handschuhe waren zu dünn.

3 Kommentare zu „Sein Gesicht war ganz kalt“

  1. Als kleine, leise und zartbittere Geschichten kommen Deine Texte wie Schneeflocken dahergeflogen, schmelzen beim Hinsehen…und doch ist es dichtestes Gewebe von Wirklichkeiten , manche Wortgruppen trage ich tagelang mit mir herum…und es wird immer noch dichter und stärker…Du schreibst Dich frei… bis in den Olymp…ich lese gerne an Deinem Weg entlang, liebe Grüße!

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