Der alte Kram

24.01.2017

Der zweite Weltkrieg hatte Franz nie losgelassen. Die Nazi-Verbrechen. Die Gräueltaten. Mit seinen Großvätern konnte er kaum drüber sprechen. Damals war eher noch zu jung für die richtigen Fragen und seine Großväter wollten nicht reden. War ja alles nicht so schlimm. Hitler hatte ja Autobahnen gebaut. Die Arbeitslosen von der Straße gebracht. Jetzt musste erst mal das Land wieder aufgebaut werden. „Hör mir auf mit dem alten Kram.“ Schlimm war die Zeit der Evakuierung. War nicht einfach. Ein Großvater war gar nicht Soldat gewesen. Rüstungsindustrie. Der andere hatte es zum Offizier gebracht. Erst als er starb, hat er dem Enkel die Fotos gezeigt, in seinen letzten Monaten wollte er reden. Über den Krieg. Als sie gegen Frankreich zogen. Und gegen Russland. Er hatte viele Fotos gemacht. Ungeordnet lagen sie in einfachen Kartons. Vom Anfang bis zum Ende. Überlebt hatte er den Krieg. Erst als Großvater alt war, musste er nicht mehr stark sein. Plötzlich konnte man Tränen sehen, wenn er auf der Terrasse saß. Der Syrienkrieg wird jetzt von Putin nachgeordnet. Von USA ist da keine Rede mehr. Irritiert nahm Franz dies zur Kenntnis. Was war eigentlich mit Europa? Möglicherweise wird der Bundestagswahlkampf doch interessanter. Gabriel tritt nicht an. Dafür Schulz. Früher war er mit seinem Großvater schon einmal auf der Trabrennbahn gewesen. Wetten für kleine Leute.

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