Alexanderplatz

Die Mitte von Berlin war nicht sein Ding. Zu laut. Zu bunt. Der Alexanderplatz schien ihm ziemlich missraten. Die Weltzeituhr albern. Shoppingcenter hasste er sowieso. Franz Biberkopf ist hier schon lange nicht mehr herumgelaufen. Éducation sentimentale. Aber warum nicht. Das Scheitern und die Hoffnung waren immer in seiner Nähe. Früher war hier das Interhotel. Waren gerne höhere Gäste der DDR zu Gast. Die Stasi hatte da immer viel zu beobachten. Auch das Hotelpersonal pflegte besondere Aufgaben. Aber er kramte nicht gerne in der Vergangenheit. Manchmal vermisste er die DDR. Heute irrte er oft durch die Stadt ohne Ziel. Er fuhr mit dem Aufzug ins Casino. Der Ausblick war wunderbar. Hatte immer ein wenig Spielgeld in der Tasche. Vielleicht war ja heute sein Glückstag. Die Kugel rollt schon.

4 thoughts on “Alexanderplatz”

  1. So ein wundervoller Text!
    Sprichst mir mit allem so aus der Seele, für den Satz: „Das Scheitern und die Hoffnung waren immer in seiner Nähe“…dank ich Dir besonders! Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

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