Zu Kaffee und Kuchen

Versammelt am Kaffeetisch. Selber gebacken. Die Enkelkinder brav die Hände gewaschen. Oma hat extra starken Kaffee gemacht. Apfelkuchen mit viel Sahne. Der Fernseher schläft. Heino trällert von der Langspielplatte. Die Gemälde an der Wand, Kopien nur, erzählen von einer biederen Zeit. Die Hirsche werden heute nicht gejagt. Im Garten gibt es schon lang keine Obstbäume mehr. Überall Blautanne. Man kann es sich leisten. Ihm Frühjahr werden die Läuse todgespritzt. Auch wenn sie noch gar nicht da sind. Sicher ist sicher. Im Keller steht noch ein Handkarren aus vergangener Zeit. Der Käfer in der Garage wird oft geputzt und selten bewegt. Rosen blühen im Juni. Am Freitag wird die Straße gekehrt. Unkraut ausgerupft. Nach dem Krieg hielt Großvater Kaninchen. Die Kuchengabeln klappern auf den Tellern. Das Gespräch bei Tisch nimmt schnell einmal eine falsche Wendung. Dann werden die Krallen ausgefahren. Am Sonntag sind alle versammelt. Als wären wir eine Familie. Die Gitarre hängt traurig an der Wand. Eine Saite fehlt ihr schon länger. Der Leuchter an der Decke hat falsche Kerzen. Gelsenkirchener Barock steht an der Wand. Wenn es ins Wirtshaus geht, legt Großvater sich seine Krawatte an. Ohne Anzug wird nicht aus dem Haus gegangen. Ohne Hut schon gar nicht.

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