Die Sennerin

Raben übersäten kohlschwarz die grünen Wiesen. Der Gang hinauf trieb den Schweiß auf die Stirn, erfreute sich die Sennerin ob des Besuches, längst wartete die gemolkene Milch auf ihre Verarbeitung. Spät dran war sie, der Käse wollt nicht recht gelingen ihr, seit Tagen schon die Raben krähten. Als wär sauer die Milch vom Geschrei der Vögel, aufgeregt sprang der Hund hin und her, verstorben war, man trug´s ihr zu, der alte Bauer, schon seit Tagen nicht Ruh´ sie fand hier droben, der Käs´, er wollt nicht werden. Schnell war der Tod über ihn gekommen, vom Tal erklangen die Glocken zum Sterbegeleit, von fern auch die Trompeten und Posaunen dunkel tönten. Trüb der Himmel schien, verdeckten die Strahlen, die Raben verstummten gar. Erst gegen Mittag, als erklang das Zwölfuhrgeläut, die Sonn brach durch. Verschwunden nun die Raben. Fast schien es ihr, als würden die  Küh´ sie anlächeln nun. Erleichtert war ihr Herz, nun, als Ruhe fand der Bauer in der Erd. Fort ging der Besucher seines Weges.

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