Manchmal überkam ihm Heimweh

Manchmal überkam ihm Heimweh. Nach früher. Nach Kreuzberg. Heute wohnte er schon lange nicht mehr dort. Aber wenn er von seinem Computer aufstand, sein Büro verließ. Rief schnell dann ein paar Freunde an. Zum Treffen. Auf ein Bier. Musste aber erst heim. Sich umziehen. Mit so einem feinen Stoff konnte er sich da nicht blicken lassen. Während der Woche ging er selten dorthin. Zu gefährlich. Aber am Wochenende konnte nichts schief gehen. Da wars ihm egal. Ein Bier mehr oder weniger. Trinkteufel. Oder Jodelkeller. Seine Tattoos konnte man in der Arbeit nicht sehen. Wäre ihm unangenehm. Die Öffnungszeiten waren moderat. Aber heute, nach der Arbeit. Musste sein. Schnell aufs Rad. Calle hatte Zeit. Franz wollte es sich noch überlegen. Kaufte sich schnell noch Kippen. Das erste Bier war immer das beste. Seine Freundin ging lieber nicht mit. Seine Kinder auch nicht. Die passten hier nicht rein. Schnell ne Runde am Kicker. Die Nacht war noch lang.

3 thoughts on “Manchmal überkam ihm Heimweh”

  1. Heute kann man getrost im feinsten Zwirn durch Kreuzberg spazieren. Tag und Nacht, nur nicht gerade über´n Kotti. Den Jodelkeller und den Trinkteufel freilich gibt es noch, wie auch ein paar andere Läden aus dieser Zeit.
    Doch die Zeiten, als die Touristenbusse mit Eiern beworfen wurden, sind längst vorbei.

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