Im Schreibwarengeschäft

Hin und wieder ging B., wenn ihm nichts mehr einfiel, ins Schreibwarengeschäft. Ihm gefiel die Auslage. Papier, Hefte, Buntstifte, Kugelschreiber, Bleistifte, Füllfederhalter, Tinte. Der Verkäufer kannte ihn gut. „Wie immer“? „Wie immer!“ Zufrieden nahm er die Tüte in Empfang und ging frohen Mutes nach Hause. Schwer fühlte sich die Tüte an. Schnell ging er an seinen Schreibtisch und schüttelte den Inhalt der Tüte aus. Doch er konnte nichts finden. Alle Wörter waren weg. Wie sollte er so schreiben?

10 thoughts on “Im Schreibwarengeschäft”

      1. ich lese gerne die eigenen Texte nach einer Zeit noch einmal durch und versuche dann eine Bewertung. Und gegebenenfalls eine Überarbeitung. Manche Texte gefallen mir dann sogar selber:) Andere sind nur schnell geschrieben und nicht der Rede wert…

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      2. Das geht mir ähnlich – es ist so schwierig, Abstand zu den eigenen Texten zu finden. Darum freue ich mich immer besonders über die fremden Blicke, die mit mehr als „schön!“(was auch erfreut) auf meine Texte reagieren. Kritik öffnet den eigenen Blick – auch wenn man ihr manchmal nicht zustimmen kann.

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  1. Ah, verstehe. Im Schreibwarenladen (ein wunderschönes Motiv) bekommt ein Schriftsteller immer seine Wörter zum Schreiben. Vorausgesetzt ihm fällt selbst nichts mehr ein. Schade, dass er sie am Ende nicht mehr hat. Die Tüte war schwer, doch beim Ausschütten ist da nichts mehr. Hattest Du keinen Bock mehr oder keine Zeit? Die Schwierigkeit für den Leser, finde ich, ist, dass sich die Spannung erst zum Schluss auflöst, dass der Autor nämlich Wörter heimträgt. Oder habe ich was übersehen? Ich persönlich spekulierte mit dem Gedanken, der Verkäufer packt dem Dichter Gegenstände ein, wodurch er sich inspirieren lassen kann, eben von den Dingen, die man in so einem Geschäft erhält. Umso größer die Freude, dass es Wörter sind – aber die sind ja gleich schon futsch.

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