Auflassung

Gerne stolperte er über Wörter,
die Auflassung ist ein solches gewesen,
erinnerte es ihn doch an einen Kuhstall,
bei der ja auch gern die Stalltür aufgelassen
wird. Für die Juristen doch ist eine Auflassung
kein Kuhstall. Bei der Übereignung von
Grund ist es ein geschätzter Begriff. Ob Palast,
Villa oder kleine Hütte, sie muss aufgelassen werden.
Quasi ein demokratischer Akt. Eine Gleichmachung.
Schon die alten Germanen ließen gern, auch wenn
nicht sie besaßen Paläste, die Türen auf.
So verweist der Sachsenspiegel. Weil geregelt sein
muss, was geregelt gehört, erfreut den Notar die
Auflassungsvormerkung. Eingespannt zwischen
dinglichem und schuldrechtlichem Geschäft
war er froh über jede offene Stalltüre und lies
die Fenster gerne weit geöffnet, in der Nacht und am Tage.
froh, weder Veräußerter noch Erwerber zu sein.

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