Chausseestr. 131

Die erste Schallplatte aufgenommen Biermann hat
daheim, nicht gehen durft ins Tonstudio er,
daheim, in Ostberlin, in der Chausseestr. 131.
Vorbei fuhr die Straßenbahn, mit einem Tongerät
aus der BRD, auch das Mikro geschmuggelt aus dem
Westen. Das schrille Quietschen der Eisenräder
durchdringt, auch die Autos, Trabant?,
zu hören sind, die Tonspur. 1968. Und sang das Wintermärchen,
heulte das Wolfgeheul über Oma Meume, solang
bis schmiss hinaus den Wolf der Staat, als hatte satt
sein unliebsame Geheul, in Köln er sang und durft
nicht heim zurück ins Land, nicht nach der Chausseestr. 131.

Chausseestr. 131

 

2 thoughts on “Chausseestr. 131”

  1. Und er nahm auf in der Wohnung, von der er wusste, sie ist verwanst
    und er wundert sich nicht, dass Oma Meume unkontrolliert das Band gelangen ließ
    zur CBS nach Hamburg um zu pressen eine Platte
    und es wundert ihn nicht, dass davon Stapel wiederum in die DDR gelangen konnten
    und es war ein Lacher für ihn in der Normannenstrasse vorgeladen zu werden.
    Den Deppen dort würde er zeigen, was Recht ist.
    Ihn bedrohte jene Einrichtung nicht
    in Hohenschonhausen
    in der die Hörer seiner Platte verschwanden.

    Ächz. Immerwieder dieser Biermann….

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