Über die Toleranz

Für Voltaire ist die Toleranz die Menschlichkeit überhaupt. Ausgehend von der Hinrichtung des Johann Calas hat Voltaire sein Buch über die Toleranz verfasst. In Zeiten des Hasses auf die Hugenotten wurde Calas, dessen Sohn unter seltsamen Umständen erhängt im Elternhaus aufgefunden wurde, des Mordes an den eigenen Sohn bezichtigt, da er vermeintlich verhindern wollte, das sein Sohn zum Katholizismus konvertiert. Johann Calas wurde grausam gefoltert, man brach ihm Arme und Beine, flößte ihm Unmengen Wasser ein, erdrosselte und verbrannte ihn, doch Johann Calas beteuerte bis zuletzt seine Unschuld. Voltaire setzte sich für die Unschuld von Johann Calas ein und erreichte nach langem Hin und Her, das der König das Urteil aufhob und in einem zweiten Prozess posthum freigesprochen wird. Der Hass zwischen den christlichen Religionen ist heute eigentlich unvorstellbar. Und doch war die Intoleranz zwischen den Protestanten und Katholiken groß, Kriege wurden geführt, Blut vergossen. Die Toleranz zwischen den Religionen scheint heute oft fern und doch unabdingbar für die Menschlichkeit.

15 thoughts on “Über die Toleranz”

  1. Unvorstellbar? Zwischen den Konfessionen ist auch heute nur theoretisch alles tutti. Als ich vor nicht ganz zwanzig Jahren nach Österreich und in eine Kleinstadt ziehen wollte, wurde ich gefragt, ob der Nachbarort nicht geeigneter sei, da der im Gegensatz zu dem meiner Wahl protestantisch sei. Es ist alles nur pseudotolerantes Blabla, auch dass ein überhaupt konfessionsloser Schüler kein Problem in der Schule bekäme, da der Religionslehrer ihn seine Subjekitivität in einem anderen Fach entsprechend spüren lässt … Toleranz ist nach wie vor zu verunsichernd und zu schwer für viele, dies auszuhalten.

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      1. Lass mal stecken, das ist nicht nur Österreich. Grundsätzlich, denke ich, haben sich nur die Mittel geändert. Und die Fähnlein, die geschwenkt werden.
        History will teach us … nothing. Oder so.
        Pessimistisch zur Nacht
        Christiane

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  2. Toleranz ist wohl nicht nur in Bezug notwendigecBasis der Menschlichkeit. Doch Fremdes macht uns oft Angst, dodass wir uns verschanzen.
    Wir brauchen Neugier und Offenheit um daraus Sicherheit zu gewinnen und tolerant mit Anderem ungehen zu können

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  3. Religionen sind einfach nur Gift für die menschliche Vernunft. Im Grunde genommen braucht kein Mensch so was wie einen Glauben an ein höheres Bulu-Bulu-Gna-Gna, wenn er nur die Augen für die Natur in ihrer Gesamtheit und ihrem Zusammenhang öffnen würde.

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