Das Zimmer im gelben Haus

Ein Bett, ein Waschtisch, zwei Stühle, mehr nicht, mehr brauchte nicht, van Gogh nicht. Einen Schrank vielleicht noch für dies und das. Ein paar Bilder an der Wand. Künstlerzimmer eben. Mehr braucht man nicht. Der Boden aus Holz, Dielen, grobes Pakett, kein Teppich nicht, kein Teppich, im gelben Haus in Arles, einfach das Zimmer und karg, als wärs eine Klosterzelle fast. In wunderbaren Farben, froh und warm. Zitronengelb, Mohnrot, Himmelblau, Orange.  Doch malte van Gogh das Zimmer schräg fast, schräg, als würde wanken der Boden, wanken, die Bilder schief, hängen schief an der Wand, als begänne der Wahnsinn zu kriechen, als begänne der Wahnsinn. So ist es nicht das Paradiese, das Zimmer im gelben Haus in Arles, kein Ort der Stille nicht. Wollt Ruhe ausdrücken der Maler, wollt Ruhe ausdrücken, doch Unruhe schlich sich ein, schlich.

Vincent van Gogh, Das Zimmer von van Gogh in Arles, 1889

van Goghs Schlafzimmer

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