Am Kaugummiautomat

Sensationen finden am Kaugummiautomaten statt. Für ein wenig Kleingeld die große Welt. Zumindest einen vollen Mund. Zahnärzte wollen ja auch leben. Hier und da fällt auch das Paradies heraus. Kinderglück. Mitunter verzweifelt davor gestanden. Den Automaten gehauen. Getreten. Manchmal hilft rohe Gewalt vielleicht doch weiter. Wenn der Groschen nicht fiel. Centstücke sind da auch nicht besser. Auf dem Weg zum Bäcker schnell noch ein Kaugummi gezogen. Lachend weiter gehüpft. Noch immer nicht digitalisiert. Geht ohne Pin-Code. Kein Touchscreen. Mitunter sieht man Erwachsene auf der Suche nach dem verlorenen Glück.

Zickzack #Deleuze&Guattari

Fern der Geometrie verlaufen

die Linien im Zickzack. Die

Fluchtlinien verfallen in Langsamkeit,

die Mongolen reiten über die Steppe.

Jackson Pollok durchzieht die

Leinwand ohne Form, Wirbelsturm

gleich, kein Anfang, kein Ende. Affekte

besiegen den Kopf.

 

Der Autor verliert seinen Plan.

Down under II

Am anderen Ende der Welt,

die Straßen vollgekotzt, Zombies

fliegen durch den Kopf, nein,

 

hier nimmt keiner Drogen, hier

nicht, der Bully röchelt vor sich

hin, von Billabong zu Billabong

 

gehüpft, zwischen den Schafen

geschlafen, den Haifischen die Stirn

geboten, verloren im Outback, schon

 

lang keinen Menschen mehr hier

gesehen, der Staub auf der Straße

fliegt mir um die Ohren, hin und wieder

 

zieht ein Kamel am Roadhouse

vorbei, der Eukalyptus könnte auch

mal wieder blühen,  ewig

 

habe ich keinen Walzer mehr

getanzt am anderen Ende

der Welt.

 

 

in der nacht, der unruhigen

In der nacht, der unruhigen,

der nacht, der wilden,

als wäre kein morgen,

in sicht kein morgen,

die wolken verflogen,

galaxien funkeln uns an,

in der nacht, der himmlischen,

in der keiner gehen will,

nur bleiben,

die zeit stehen bleibt

der mond erzählt

geschichten uns,

erstrahlt unsere gesichter.

Oder Außerirdische

Überall nichts als Gespenster. Oder Außerirdische. Franz war bedient. Wurde nicht bedient. Verlor die Lust auf einen Kaffee. Sonderbare Stimmung. Mochte das Wetter auch nicht besonders. Regendurchweichte Klamotten. Dann lieber auf Sonne warten. Daheim am Schreibtisch sitzen. Machte sich selber einen. Außerirdische fand Franz durchaus sympathisch. Aber nur irgendwo weit entfernt in der Galaxis. Auf Mutter Erde eher nicht. Man traf sie auch nicht so oft an, an manchen Tagen schienen sie sich zu häufen. Waren dann nicht seine Tage. Mochte lieber Ruhe. Aufgeräumtheit. Hielt einen kurzen Mittagsschlaf. Danach würde die Welt anders aussehen.

Starkbier

Starkbier ausgekotzt. Der jugendliche Überschwang der Nockherbergbesucher, auch wenn sie schon über 40 waren, kehrt jedes Jahr wieder. Direkt vor der Türe der Halle, beim Berg runtergehen oder spätestens in die Isar. Links der Isar keine Probleme mehr. Wer soweit gehen konnte, war wieder nüchtern. Doch nicht jeder kam so weit. Franz hatte es nicht so weit. Auf seinem Heimweg sah er immer die, die reichlich starkes Bier getrunken hatten. Oft reichte schon eine Maß. Der aufrechte Gang wurde dann schon mühevoller. Taxifahrer schwankten zwischen Halt oder Weiterfahrt. Bis zur Wiesen war es noch weit. Die Fastenzeit musste gefeiert werden. Franz radelte schnell vorbei. In der Luft lag Gestank.

Down under – Raues Land

Down under weit

entfernt, raues Land, die

Sonne zu lang geschienen,

Staub auf den Straßen

 

gewirbelt, Heine beschrieb

nicht das Land, terra australis

incognita, schon die Griechen

glaubten, Bachmanns Liebhaber

 

rauf und runterdekliniert, der Körper

der Frau in der Literatur,

Hölderlins Birnen tragen noch

immer Früchte, Great Barrier

 

Reef nicht umsegelt, der gemeine

Dornenkronenseestern treibt sein

Unwesen. You better run,

you better take cover

 

Down Under

Der Clown singt einsam seine Lieder

Böll auf der Domplatte

versenkt. Köln schwankt.

Einer ist immer der Dichter.

Über die Brücke ist man

 

schnell woanders. Rhein links

liegengelassen. Tünnes und Schäl

weggelaufen. Zwischen Himmel

und Erde kein Platz mehr.

 

Äpfel waren aus. Hlave Hahn

musste reichen. Veggieburger.

Ein ganzer Hahn wäre auch

Völlerei. Die rheinische Republik

 

längst abgewickelt. Der Rhein

fließt nur noch dahin.

Der Clown singt

einsam seine Lieder.

Übergehend ins dunkle Rot

Die Zitronen verkünden auf dem Küchentisch den Süden. Ihr Duft erzählt von einer anderen Welt. Vorfrühlingshafte Sommerfreuden. Avec plaisir. Wie auch sonst. Unterm Küchentisch frisch gekehrt. Der Kuchen wird wunderbar. Im Kühlschrank ist noch genug Butter. Ein Geburtstagskuchen soll es werden. Der Jubeltag trägt viele Zahlen. Rosamunde Pilcher nicht geschaut. Die wilden Rosen ranken an der alten Hauswand. Eine Hand voller Träume, das wird noch gehen. Der Rittersporn im Garten fängt an auszutreiben. Tee und Gebäck. Abgelaufener Himmel. Übergehend ins dunkle Rot. Richters Blumenstrauß verwischt.