Seesterne unterwegs #2

An der nördlichen Insel, oder war es die südliche? Fische zogen
ihre Kreise. Auch Seesterne waren unterwegs. Die Boote der Fischer
tanzten auf den Wellen, die Felsen in der Brandung spürten die Gischt
In der Mittagshitze verödet der Strand. An der Bar wurden Abkühlungen
gereicht. Auf dem Heimweg war längst der Drachentöter, sein Schwert
abgeschnallt, der aufkommende Wind bog die Pinien, später wurde am Strand
ein Thunfisch geteilt. Der Esel wurde heimgeführt.

Freie Tage

Voller Vorfreude radelte Franz durch die Stadt. Urlaub würde bald kommen. Nicht, dass das Wetter schlecht wäre. Ein paar Tage würde er nach Schweden fliegen, Freunde besuchen, die gerade in Stockholm am arbeiten waren. Sie hatten ein wenig Platz im Sommer. Gute Gelegenheit. Später dann zu Maria in nach Florenz. Gerne würde Franz länger in Schweden bleiben, ein wenig herumkommen, groß war das Land. Hatte immer die Bücher von Astrid Lindgren gelesen. Ferien auf Saltkrokan müssen himmlisch sein. Doch er freute sich auch auf die Stadt. Den König würde er nicht treffen. Die Freunde hatten ein Projekt an der Uni.

Der Clown singt einsam seine Lieder #2

Böll auf der Domplatte versenkt. Köln schwankt.

Einer ist immer der Dichter. Über die Brücke ist man

schnell woanders. Rhein links liegengelassen. Tünnes

und Schäl weggelaufen. Zwischen Himmel

und Erde kein Platz mehr. Äpfel waren aus.

Hlave Hahn musste reichen. Veggieburger.

Ein ganzer Hahn wäre auch Völlerei. Die

rheinische Republik längst abgewickelt.

Der Rhein fließt nur noch dahin.

Der Clown singt einsam seine Lieder.

Die Hitze war gegangen

Die Hitze war gegangen. Freibäder leerer. In der Früh kühler Wind in der Stadt. Balkone blieben leer. Um Seehofer war es ruhiger geworden. Um Trump nicht. Machte der keinen Urlaub? Klar, Twitter gab es überall. Die türkische Lira rauschte in den Keller. Franz schwang sich aufs Rad und radelte wieder schneller durch die Stadt. Bergtour am Wochenende. Je nach Wetterlaune noch ein Schlenker zum See. Weiß und blau der Himmel über dem Land. Parteien klebten ihre Plakate. Als würden Menschen sie anschauen wollen. Die CSU ließ sich Zeit. Der Platzhirsch würde erst später zuschlagen. Franz hatte im Sommer mehr schreiben wollen, doch die Hitze machte ihn nicht kreativer. Doch den Herbst sehnte er nicht herbei.

Über das Staunen #2

Wenn Kinder mit großen Augen die Welt

durchwandern, ihr Blick umherschweift

und Fragen stellen, die Welt erkunden

und Neugierde mit offenen Mund hinausschreien

beginnt das Nachdenken über das Leben, das

über sich selbst Denken des Menschen, so beginnt

mit diesem Staunen die Suche nach Wissen

nach dem Warum des Lebens

So leicht das Leben #2

Einfach so, an einem Sommertage, der Himmel unverschämt blau, einfach so, eine wunderbare Laune der Natur, an einem Sommertage, liegt da auf der Wiese, liegt und lässt sich scheinen die Sonne ins Gesicht, gemildert nur der Schein durch seine Hand, still geworden, Ruhe eingekehrt, weder Schaf noch Ziege in der Näh, die Arbeit fern, Minutenglück als stände still sie, die Welt, die nackten Füße baumeln fast, so leicht das Leben, die Grillen singen ein Lied. Ziegenhirte, Schafhirte, einerlei. Vergessen die Welt, kein Sehnen und Suchen, da, einfach da.

Hirtenknabe

 

Ultramarin #2

Übers Meer, so glaubte er zu finden das

richtige Blau, übers Meer. Hinter den Wellen

Nicht irgendein, ein himmlisches, nicht von

dieser Welt seiendes Blau zu malen Maria und

Jesus. Im Norden von Afghanistan fand er es, das

Blau, welches himmlisch war, viel zu blau für das

Meer, viel zu blau für den Fluss, nur für Jesus

und Maria brauchbar war es, nicht von dieser Welt

übers Meer gefahren, hohe Berge überlaufen fand er

das überseeische Blau und malte den Sohn Gottes

und die Gottesmutter Maria

Fontana di Trevi #2

In Rom überkam ihn immer die Sehnsucht nach dem Trevi-Brunnen. Hatte Fellinis Film gesehen, doch er war kein Fan von Anita Ekberg.  In der Dunkelheit der Nacht, wenn die Menschen weniger wurden, ging er hin, setzte sich an den Rand und nach einer Zeit warf er eine Münze hinein. Warum, wusste er nicht, aber könnte es schaden? Die schwüle Luft war vergangen, ein frischer Wind kam auf und er begann durch die Stadt zu laufen. Fast, als würde er tanzen.